Wie ich nach Playa kam 25.11.2017 07:23 (UTC)
   
 
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Meine Geschichte: 
Wieso ich nach Playa kam 
und warum ich blieb!

Also ich erbte Ende 1995 ein kleines Vermögen und wurde gleichzeitig arbeitslos. Meine Schwester, die jahrelang mit einem sehr reichen Deutschen auf Gran Canaria gelebt hatte, rief mich dann plötzlich an und flehte mich an nach Mexiko zu kommen, da sie nun hier leben würde. Ihr Mann hatte mal eben so im Urlaub ein Strandgrundstück in Playa del Carmen gekauft und ist gerade auf dem Weg nach Europa, um dort alle Formalitäten zu erledigen und sie wäre ja sooooo allein und einsam.

Da ich noch nie weiter weg war als eben Gran Canaria und von Erdkunde sowieso keinen blassen Schimmer hatte, verstand ich am Telefon immer nur: "komm bitte nach CALGON"
Irgendwie muss ich wohl auch noch Mexiko verstanden haben, denn Kumpel wie ich nun mal bin, stand ich am nächsten Morgen in Düsseldorf am Flughafen und wollte ein Ticket nach CALGON kaufen.......
Das Bodenpersonal brüllte natürlich vor Lachen und nun erfuhr ich auch, dass Mexiko nicht nur aus Akapulko und Mexiko City besteht, sondern auch noch eine Karibik-Küste hat. Und dort gibt es eine Stadt mit Namen: CANCUN
aha
Ich buchte also den nächsten Flug, der in 24 Stunden losgehen sollte.
Ich organisierte schnell noch eine Freundin, die meine Hunde versorgte, packte einen Koffer und schon war ich wieder am Flughafen.
Mein Schulenglisch war fast ganz vergessen und Spanisch kam mir sowieso nur Spanisch vor!!!
Der letzte Tip meiner Schwester war noch: "Wenn Du in Cancun ankommst, dann musst Du Dir dort ein Taxi nach Playa del Carmen nehmen. Aber bezahl auf keinen Fall mehr als 5 USD!"
Um jetzt kurz zu machen, ich zahlte 50 USD und war heilfroh ohne Sprachkenntnisse überhaupt in Playa angekommen zu sein.
Nach einigem Hin und Her beschloss ich, da ich ja sowieso ohne Arbeit war und ein bisschen Geld im Rücken hatte, für ein Jahr nach Mexiko zu gehen. Ich fand einen Untermieter für meine Wohnung, stellte meinen Neuwagen bei Freunden unter, packte die für mich lebenswichtigen Sachen in einen Kontainer und buchte für mich und meine 2 Hundis ein Onewayticket nach Cancun.
Nach diesem Jahr kehrte ich nach Deutschland zurück, kündigte meine Wohnung, verkaufte Auto und Möbel, da ich inzwischen Land und Leute lieben gelernt hatte und mir ein Leben hier besser vorstellen konnte als im grauen Deutschland.

Ich hatte ja auch eine Idee!!! / Marktlücke???


Nachdem ich mich nun entschlossen hatte, für immer nach Playa auszufliegen, musste ich mir ja auch etwas einfallen lassen, um meinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Während ich in Deutschland meinen Hausrat, Möbel und nagelneues Auto unter denkbar ungünstigem Zeitdruck zu verkaufen versuchte, kam mir plötzlich eine „geniale“ Idee!

In den Wochen, die ich selbstverständlich von morgens bis spätnachmittags mit dem einen und vor allem den anderen Drinks, am Strand verbrachte, ritten in für hiesige Verhältnisse regelmäßigen Abständen mexikanische Cowboys vorbei, um für ihre Ausflüge zu Pferd zu werben. So weit so gut, ich fand das toll. Irgendwann fiel mir dann auch auf, dass es hier keinerlei Spielzeug (wie z.B. Eimerchen, Schäufelchen usw.) zu kaufen gab. Allerdings gab es damals ja auch nur einen einzigen Supermarkt und ansonsten nur Geschäfte, die so ziemlich alle das Gleiche anboten. Also mit T-Shirts und Silberschmuck wurde man hier an jeder Ecke erschlagen. Aber Kinderspielzeug für den Strand sah ich nirgends.

Nun muss ich kurz erwähnen, dass ich schon immer ein großes Herz für Tiere und Kinder habe.

Es gab also für meine Zukunft die ideale Geschäftsidee:

Ich kaufe mir ein Pferd und ganz viel Strandspielzeug, dass ich dann auf dem Rücken des Pferdes befestige und brauche nur noch am Strand auf und ab zu laufen. Für mich bestand kein Zweifel, dass die Touristenkinder zuerst das Pferd sehen würden und dann beim Näherkommen die Spielsachen entdecken würden. Das Resultat: sie brauchten nur noch ihre Eltern davon zu überzeugen, dass sie auf jeden Fall eines der Spielsachen dringend bräuchten. Schwupp und ich hätte meinen Umsatz!

Da ich zu diesem Zeitpunkt noch immer die Illusion hatte, mir von meinem Erbe irgendwo am Strand ein kleines Holzhäuschen kaufen zu können, war damit für mich, die Unterbringung des Pferdes geklärt.

Da ich ja noch immer in Deutschland war, begann ich dann schon mal mit den Einkäufen der diversen Artikel, die ich für ideal hielt, um sie in Mexiko an den Mann, bzw. das Kind zu bringen. So ein Container ließ sich in null komma nichts mit einem Wareneinkaufswert von USD 5000,- füllen und auf die Reise schicken.

Ich war so stolz, eine eigene Geschäftsidee in Gang gebracht zu haben.

Zum Glück konnte ich von Deutschland aus noch kein Pferd kaufen!

Über Gesetze und Bestimmungen machte ich mir erst gar keine Gedanken, denn so was wie Bürokratie, das würde es wohl nur in Deutschland geben.

Als erstes mietete ich mir eine kleine Wohnung, natürlich mit Dusche, Warmwasser, Küche und Ventilatoren, man muss sich ja langsam eingewöhnen und verbrachte die nächsten Wochen dann wieder mit diversen Drinks am Strand. Pferde sah ich kaum noch und wenn, dann lief ein Mexikaner hinterher, um deren Äpfel aufzusammeln. Ich fand das war eine gute Idee. Nach ein paar Wochen erhielt ich die Nachricht, dass der Container mit dem Spielzeug eingetroffen war. Nicht nur wegen meiner mangelnden Spanisch-Kenntnisse, riet man mir, mit einem Anwalt zum Flughafen zu fahren, um dort die Formalitäten zu erledigen.

Ich weiß nicht mehr wie lange das Gespräch zwischen meinem Anwalt und den Beamten vom hiesigen Zoll dauerte, das war im Endeffekt auch egal, denn nun musste ich zum 1. mal feststellen, auch hier gibt es Gesetze und Vorschriften.

Da dieses Spielzeug wohl in Hongkong hergestellt worden war und es bekannt ist, dass es dort Kinderarbeit gibt, die man nicht tollerieren könne, müsste man diese Ware mit 1000% (in Worten: eintausend) verzollen (ob davon die Kinder in Hongkong etwas abbekommen würden?).

Inzwischen hatte ich auch erfahren, dass nur Einheimische am Strand und auf den Strassen eine Genehmigung bekommen, um Ware zu verkaufen.

Meine geniale Idee war somit leider sowieso nicht durchführbar gewesen.

Ich ließ den Container am Zoll, in der Hoffnung, dass es hier wenigstens an die richtigen Kinder verteilt würde.



Ich lernte Manne kennen, der schon 1 Jahr vorher von Ostberlin ausgewandert war und sich hier zunächst mit einer Wurstbude am Strand über Wasser hielt. Wir verliebten uns, allerdings trennten wir uns nach einem halben Jahr wieder. Es war einfach noch nicht die richtige Zeit für eine feste Beziehung. Vielleicht bekam er auch einfach nur Angst vor meinen Ideen! Wir blieben aber in Kontakt.
Irgendwann hörte ich, dass er eine Mexikanerin geheiratet hatte und einen deutschen Biergarten sein eigen nannte.
Ich hatte inzwischen die unterschiedlichsten Jobs und mein Englisch, bzw. Amerikanisch war fast fliessend. Mit der spanischen Sprache stand ich zunächst noch auf Kriegsfuss.
Durch die Jobs allerdings, lernte ich täglich dazu und da ich sehr gerne und sehr viel rede, klappte es dann auch recht bald mit der Komunikation.
Ich arbeitet unter anderem als Kassiererin an einer Strandbar, als Managerin (ich war die einzige Angestellte ) eines Hotels, dann als Managerin eines Restaurants, dann hatte ich eine Pizzeria am Strand und am besten haben mir meine Jahre als Reiseleiterin auf Jeepsafaris im Dschungel gefallen.
Ich arbeitete zwar ca. 80 Std. die Woche, verdiente dafür aber nur 500 USD im Monat, aber ich war ganz in meinem Element.
Im November 2000 erfuhr ich, dass Manne und seine Mexi sich getrennt hatten und er ab 01.12. einen neuen Biergarten eröffnen würde.
Silvester des selben Jahres schleppte meine Freundin mich dorthin, obwohl ich lieber zu Hause bleiben wollte.
Heute bin ich ihr unendlich dankbar dafür, denn das war die Nacht in der Manne und ich wieder ein Paar wurden.
Ich gab nach kurzer Zeit meinen Job als Reiseleiterin auf und fing an mich als "Frau Wirtin" einzuarbeiten.
Inwzischen haben wir sogar ein eigenes Häuschen, die

 

(BER kommt von Berlin, Manne*s Geburtsort und BURG kommt von Hamburg, meiner Geburtsstadt)
Wir haben uns ein schönes Leben hier aufgebaut, haben viele Freunde und Bekannte und können uns beide kein Leben in Deutschland mehr vorstellen.
Und wenn sie nicht gestorben sind....


...dann haben sie nach 10 Jahren doch noch geheiratet!
Das ist eine andere Geschichte, die ich auch irgendwann
mit Bildern hier posten werde



 
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